Zögerliche Digitalisierung Drei digitale Hürden bremsen den Maschinenbau aus

Diese Hürden drohen, den Maschinenbau dauerhaft auszubremsen.

Bild: iStock, Leoshoot
14.04.2025

Der Maschinenbau galt lange Zeit als Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Vor allem aufgrund einer zögerlichen Digitalisierung ist das Getriebe der Branche allerdings ins Stocken geraten. Mosaixx, Anbieter der gleichnamigen Cloud-Plattform, wirft einen Blick auf die zentralen Probleme und möglichen Lösungswege.

In vielen Industrien wirkt der digitale Fortschritt bereits als Garant für nachhaltiges Wachstum und eine erhebliche Effizienzsteigerung. Demgegenüber kämpfen nicht wenige Maschinenbauer weiterhin mit grundlegenden Herausforderungen bei der Umsetzung von produktiven Workflows und einer nahtlosen, abteilungsübergreifenden Kollaboration. Direkte Folgen der digitalen Schieflage sind das ungenutzte Potenzial neuer Technologien, unnötig hohe Projektkosten und Frust auf Seiten der Mitarbeitenden.

Drei zentrale Probleme

Branchenexperte Mosaixx hat drei zentrale Probleme identifiziert, die den Maschinenbau dauerhaft auszubremsen drohen:

1. Die fragmentierte Software-Landschaft: Der Einsatz einer Vielzahl häufig nicht kompatibler Tools erschwert den Datenaustausch zwischen einzelnen Anwendungen, Mitarbeitenden, Abteilungen und externen Personen in einem Projekt. Als Konsequenz greifen Unternehmen oft auf eine manuelle Übertragung zurück, was nicht nur eine zeitintensive Aufgabe darstellt, sondern auch die Fehleranfälligkeit erhöht. Besonders kritisch: Auf einer derart zerstückelten Software-Grundlage können Maschinenbauer das Potenzial von neuen Technologien wie KI, Automatisierung oder leistungsstarken Simulationen der neuesten Generation kaum bis gar nicht nutzen. Hinzu kommt ein unübersichtliches Lizenzmanagement, bei dem die Kosten schnell explodieren und dessen Pflege wichtige Ressourcen bindet.

2. Die fehlende Standardisierung: Der Maschinenbau ist nicht zuletzt auf ein hohes Maß an Individualisierung angewiesen. Denn auch wenn Standardlösungen viele Portfolios prägen, ist das maßgeschneiderte Anpassen an die Anforderungen der Kunden ein zentraler Baustein vieler Geschäftsmodelle. Besonders im Bereich des Sondermaschinenbaus erschwert der Mangel an standardisierten Prozessen allerdings die Einführung von effizienteren Workflows. In der Praxis müssen Ingenieure und Systemintegratoren auch bei kleineren Anpassungen wie dem Austauschen einer Steuerungskomponente die komplette Maschine neu konstruieren. Auch dann, wenn ähnliche Variationen bereits bestehen, in der Masse der Daten aber nicht auffindbar sind oder bei einem anderen Team liegen. Ohne einen zentralen Speicherort, der alle Daten für alle Mitarbeitenden zugängig macht, werden Maschinenbauer auch weiterhin viele Ressourcen und Zeit investieren müssen – zum Schaden der Wettbewerbsfähigkeit.

3. Die bestehenden Wissenssilos: Das Fehlen einer durchgängigen Digitalisierungsstrategie in Kombination mit isoliert arbeitenden Teams und Einzelpersonen führt zu vielen einzelnen Silos und Dateninseln. Darunter leiden Projekte und Workflows, bei denen eine übergreifende und enge Zusammenarbeit essenziell ist. Die fehlende Transparenz ist aber auch der Grund dafür, dass Beteiligte schnell den Überblick über aktuelle Versionen und neue Anforderungen verlieren, mit veralteten Dokumenten arbeiten oder bereits erledigten Aufgaben nachgehen. Fallen Mitarbeitende zum Beispiel krankheitsbedingt aus, entstehen kritische Wissenslücken; dann sind wichtige Daten unter Umständen nicht mehr abrufbar.

Fazit

„Die Maschinenbaubranche muss sich digital neu erfinden, wenn sie den technologischen Anschluss nicht endgültig verlieren will“, resümiert Andreas Frank, Head of Business Unit bei Mosaixx. „Im Kern geht es dabei um die Ablösung von zersplitterten IT-Landschaften und Prozessen durch zentrale, ganzheitliche Software-Lösungen, die perspektivisch die gesamte Customer Journey digitalisieren und sowohl die Gesamtheit der Daten als auch alle an einem Projekt beteiligten Personen an einem Ort zusammenbringen. Es geht um mehr Transparenz, mehr Kollaboration und mehr Effizienz.“

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