Wirtschaftliche Verluste bei gebremstem Ausbau Deutschland kann sich einen Rückschritt bei den Erneuerbaren nicht leisten

Wirtschaftswachstum-Studie Erneuerbare Energien: Rückschritt beim Ausbau kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden.

Bild: iStock, rparobe
27.03.2025

Ein gebremster Ausbau der Erneuerbaren Energien hätte laut einer aktuellen Studie gravierende Folgen für die deutsche Wirtschaft. Bis 2030 drohen Investitionsverluste von 65 Milliarden Euro, 65.000 Arbeitsplätze weniger und eine geringere Wertschöpfung. Nur mit einer konsequenten Umsetzung der Energiewende können wirtschaftliche Chancen und Klimaziele gleichermaßen gesichert werden.

Ein Rückschritt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien käme Deutschland teuer zu stehen: Sinkende Investitionen, weniger Arbeitsplätze und geringere Wertschöpfung wären die Folge. Das zeigt eine aktuelle Kurzstudie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Green Planet Energy. Demnach könnte eine Verlangsamung des Ausbaus der erneuerbaren Energien um 25 Prozent bis 2030 zu Investitionsverlusten von 65 Milliarden Euro führen. Auch die wirtschaftlichen Impulse aus dem Betrieb und der Wartung von Erneuerbare-Energien-Anlagen würden deutlich geringer ausfallen. Zudem wäre mit 65.000 Arbeitsplätzen weniger in der Branche zu rechnen.

Energiewende bleibt wirtschaftlicher Wachstumsmotor

„Die neue Bundesregierung muss weiter konsequent auf den Ausbau der Erneuerbaren setzen. Ein Ausbremsen des Erneuerbaren-Ausbaus setzt nicht nur die Klimaziele aufs Spiel, sondern schwächt auch die deutsche Wirtschaft“, so Carolin Dähling, Leiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Ausbau von Wind- und Solarenergie sorgt für Investitionen in Milliardenhöhe, schafft Arbeitsplätze und reduziert unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten.”

Florian Zerzawy, Leiter Energiepolitik beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), ergänzt: „Die Erneuerbaren Energien sind ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Die Studie zeigt, welche große volkswirtschaftliche Bedeutung Sonne, Wind und Biomasse haben. Die neue Bundesregierung sollte diesen Erfolg nicht durch ein Zurückdrehen von Energiewendezielen gefährden.“

Über 300 Milliarden Euro Investitionen bis 2030

Laut aktuellem EEG sollen bis zum Jahr 2030 rund 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Studie zeigt: Eine Einhaltung der Ausbauziele des EEG führt zu Investitionen in Höhe von mehr als 260 Milliarden Euro. Zusätzlich lösen Betrieb und Wartung mehr als 70 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Impulsen aus. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche steigt bis 2030 auf 500.000 an. Das entspricht fast einer Verdoppelung seit 2023.

Ein verlangsamter Erneuerbaren-Ausbau würde nicht nur die Einhaltung der Klimaziele aufs Spiel setzen, sondern auch massive Nachteile für die deutsche Wirtschaft mit sich bringen. Die Studie nimmt für die Berechnung eine Verringerung des Zubaus gegenüber den Ausbauzielen um 25 Prozent jährlich an. Dies hätte zur Folge, dass die Investitionen zwischen 7 und 13 Milliarden Euro pro Jahr niedriger ausfallen, der Gesamtverlust beläuft sich bis 2030 auf 65 Milliarden Euro. Die wirtschaftlichen Impulse durch Wartung und Betrieb würden im Jahr 2030 um 2 Milliarden Euro niedriger ausfallen und es gäbe 65.000 weniger Jobs.

Angesichts dieser klaren Ergebnisse fordert Green Planet Energy gemeinsam mit weiteren Ökoenergieversorgern in einem Offenen Brief an Union und SPD, den erfolgreichen Kurs der Energiewende konsequent fortzusetzen. Eine als „Neustart“ oder „Kurswechsel“ getarnte Rolle rückwärts in der Energiepolitik gefährdet hingegen unsere Energieunabhängigkeit, Wirtschaft und den Klimaschutz.

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